Ein erfolgreiches Projekt geht ins dritte Jahr

Szenen aus Konstanz wie sie jeder kennt:

9 Uhr Therme Konstanz: Seit das Schwaketenbad abgebrannt ist, ist die Therme einer der wenigen Orte an dem Eltern ihren Kindern schwimmen beibringen können.

18 Uhr ‚Rutsch‘ Paradies Konstanz: Die Sonne steht schon tief, Väter und Mütter stehen im knietiefen Wasser und halten ihre Kinder, welche mit Schwimmflügeln ausgestattet im Rhein schwimmen lernen.

Was ist aber, wenn die Eltern gar nicht schwimmen können, oder die Kinder und Jugendliche ohne Eltern in Konstanz leben. Denn auch das war 2016 ein Bild in Konstanz: Seerhein Konstanz, ein Geflüchteter steht im hüfthohen Wasser und traut sich nicht ins Wasser, da er nicht schwimmen kann.

Da war die Idee geboren, Schwimmkurse für Geflüchtete anzubieten. Nur wer finanziert dies? 40% übernahm die gemeinnützige Organisation Save Me und die restlichen 60% der StadtSportVerband Konstanz. Dieser finanziert dies über die großzügige Unterstützung des Lago Shopping Center. Im Gespräch mit Center-Leiter Peter Hermann und Assistentin Teresa Spinner wurde das Projekt erläutert und die Unterstützung wurde sofort zugesagt. Denn neben Eintrittsgeldern müssen auch die qualifizierten Trainer bezahlt werden.

So konnte im Januar 2017 das Projekt zusammen mit dem Schwimmklub „Sparta“ Konstanz e.V. gestartet werden. Arlette Stockburger, beim Schwimmklub „Sparta“ für dieses Projekt die Hauptverantwortliche, berichtet von 211 Teilnehmern bisher. Die Begeisterung der TeilnehmerInnen ist ungebrochen, welche dieses Jahr den Schwimmkurs im Hallenbad im Seerhein absolvieren.

Viele Kinder und Jugendliche würden ohne das Projekt nicht schwimmen können. Auch wenn manche der TeilnehmerInnen wieder in ihre Heimat abgeschoben wurden gibt es auch gelebte Integration. Manche Kinder konnten durch Patenschaften von Mitgliedern in den Schwimmklub integriert werden, manche sind selbst Mitglieder geworden, engagieren sich im Verein und zwei haben es in die Wettkampfmannschaften geschafft.

Das Projekt zeigt, dass ein Zusammenspiel von verschiedenen Organisationen, Vereinen und Wirtschaft dazu beitragen kann, fehlende Unterstützung der Stadt oder des Landes auszugleichen. Gleichwohl braucht es immer die finanzielle Unterstützung wie auch die ehrenamtliche Tatkraft.

Auf dem Bild oben sind die Trainer des Schwimmklub „Sparta“ welche die Kurse für Geflüchtete halten:

Vorne von Links: Paul Hennige, Felix Barinka, Kari Barlinn
Hinten von Links: Alessandra Herbst, Arlette Stockburger, Nina Haake, Karina Kniazeva, Johanna Pietzko.